Lieber Mensch!

Lieber Mensch!

Lieber Mensch!

Lieber Mensch, da wir, wie ich denke in einer sehr besonderen Zeit leben, bedarf es wohl auch mehr als Dir hier einen schönen Sommer zu wünschen. Ich bin nun schon seit 16 Jahren in der Selbstständigkeit und sowie meine Behandlungsmethode wicasa ► ◄ winu® reifen musste, sind auch die Probleme der Menschen gewachsen. Als ich mit meiner Arbeit anfing, hatte ich es mit so manchen „Wehwehchen“ zu tun, welche sich meistens sehr gut lösen ließen. Auch hörten die Menschen zu und waren an Mitarbeit interessiert. Es gab sie noch, die Hoffnung und den Mut an sich zu arbeiten. Eine Liebe wurde nicht so einfach aufgegeben, wie heute. Und Therapeutin zu sein stand für Unterstützung geben, beratend zur Seite zu stehen und es gab ihn noch, den Dank. Ich denke, gäbe es eine App, welche die Probleme der Menschen heute auf Knopfdruck löst, würde diese wohl den Downloadrekord brechen. Und am besten wäre es wohl, dass diese kostenfrei wäre… Es ist erschreckend für mich zu beobachten, wie sich die Wertigkeiten der Menschen verschoben haben. Und ich suche ihn weiter da draußen, überall … den Menschen in Dir! Ich sehe keine Gesichter mehr, schau den Menschen schon lange nicht mehr in die Augen und Dir zum Gruße meine Hand zu reichen ist nicht möglich, da Du damit Dein Handy festhältst. In meiner Erinnerung sah man sich im Straßenverkehr noch an, als man sich gegenseitig beschimpfte, während heute das Gesetz des Schnelleren gilt. Ich habe so etwas zuvor noch nie gesehen: RadfahrerInnen fahren einfach, als gäbe es keine Regel für sie, fordern diese aber sehr empfindlich ein. FußgeherInnen scheinen unsichtbar zu sein, den fast niemand bleibt für sie am Schutzweg stehen. Ich frage mich, erwarte ich Zuviel, wenn ich mir wünsche die Menschen würden sich gegenseitig wahrnehmen? Wenn Eltern schon ihre Kinder nicht mehr sehen. Auf ein zum x-ten Mal gerufenes „Mama schau“ wird nicht reagiert, aber mit dem Piepen des Handys wird sofort gehandelt. Bitte Mensch, hilf mir das zu verstehen! Ich sitze im Restaurant und sehe nur Kinder, die in ihre Tablets starren und dessen twitternde Eltern. Wir bewerten und „bevoten“ alles, mit einem Knopfdruck. Wir schreiben „vernichtende Bewertungen“ auf Facebook und Co, über ein Unternehmen, ohne einmal darüber nachzudenken, was diese für einen kleinen Unternehmer oder kleine Unternehmerin bedeuten können. Mensch, Du nimmst nur noch und nimmst und nimmst und denkst nicht nach! Mir ist kalt in diesen Tagen und daran sind nicht die kühlen Temperaturen derzeit schuld, sondern die Frage an Dich, Mensch: Wie es möglich sein kann, dass unsere Heimat so einen Rechtsruck ertragen muss? Mir wird Angst und Bang, wenn ich Dir die Frage stellen muss: „Warum lässt Du es zu, dass solche Menschen unsere Regierung gestalten?“ Sie können es, weil der Mensch nicht nachdenkt, ja gar keine Zeit zum Denken hat und schon gar nicht zuhört. Es reichen ein paar Brocken, die da akustisch aufgefangen werden, Phrasen wie: „Die Flüchtlinge nehmen unser Geld weg. Die Flüchtlinge bekommen alles zugeschoben und das sofort usw.“ Wenn ich mit den Menschen in Kontakt trete, höre ich fast ausnahmslos diese Kernaussage: „Die nehmen sich einfach alles.“ Darf ich Dich fragen, Mensch: „Was ist alles? Bitte sage es mir. Hast Du, seit die große Völkerwanderung begann, einmal nur hungern müssen? Mussten Deine Kinder frieren? Oder wurde gar Dein Lebensrhythmus gestört?“ Wohl kaum! Aber man wollte es Dir glauben machen und nun ist sie da, die Regierung die Dir und Deinen Kindern wirklich etwas nehmen wird! Aber ich denke Du wirst ohnehin zu beschäftigt sein, um dies wahrzunehmen. Was für eine verrückte Welt dies doch geworden ist, wo wir Staatsoberhäupter wie einen Trump, Kurz & Co und dergleichen hinnehmen, ja sogar bewusst wählen. Und wozu? Aus Angst wir müssten zu viel Geben und würden zuwenig bekommen. Ich bin Traumatherapeutin und ich sage Dir nur eines: Trauma, Schmerz und Angst sind immer gleich und fühlen sich für einen Flüchtling genauso an wie für Dich, nur mit einem Unterschied: Der Flüchtling kann noch hoffen und lieben, während wir schon tot sind. Ich wünsche Dir, Mensch einfach nur Augen die einander sehen, Ohren die einander hören und Herzen die einander lieben können. Dann müsste ich mir als eure Traumatherapeutin, nicht mehr so viele Gedanken um Euch machen. Ich möchte ein Beistand sein, durch Phasen begleiten dürfen und nicht auf „Knopfdruck“ alles verändern müssen, da es Dir selbst zu unbequem ist. Denn das gibt es einfach nicht, es braucht Eigenverantwortung und Arbeit von beiden Seiten und dies im Kleinen wie im Großen. In diesem Sinne einen unvergesslichen Sommer.